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White Wolfs Legende

 

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und wurde 604 mal aufgerufen
 Deine Ankunft
Arohn Offline


Member/normal
Mensch/Einzelgänger


Beiträge: 26

16.01.2005 09:53
Staub wirbelt auf... Thread geschlossen

Es wurde dunkel in Athen, die Sonne küsste den Horizont und zog ihr rotes Abendkleid an. Der strahlend blaue Himmel wurde durchkreuzt von rötlich schimmernden Wolken.

Die Pforte der städlichen Bibliothek öffnete sich, knarrte laut, und fiel mit einem lauten Donnern wieder zu.
Arohn trat auf die Straße. Staub wirbelte unter seinen Füßen auf, ein Teil wurde vom Winde fort getragen, ein Teil legte sich sofort wieder.
Der junge Mensch hatte einen Entschluss gefasst, er wusste wohin er gehen sollte.

Dorthin, wo er hoffentlich das finden würde, was er sich so wünschte...
Dorthin, wovon er nicht einmal wusste, ob der Ort überhaupt existiert,...
Dorthin, wo er noch niemals gewesen war...

Ein Schritt nach dem Anderen, ein Fuß vor den Nächsten.
Ein sanfter Wind streifte Arohns Gesicht und wirbelte seine Haare durcheinander. Er wirbelte den Kopf hin und her um eine störende Strähne aus dem Auge zu vertreiben. Seine Stiefel schlugen schwer auf der Straße auf. Ein Pochen, ein Klopfen. Staub wirbelt auf!
Die braune Eichentür flog fast aus ihren Angeln als Arohn in seine kleine Wohnung stürmte und die Tür einfach mit dem Fuß auftrat. Er rannte in sein Schlafzimmer, holte aus dem Schrank einen großen Rucksack und legte ihn geöffnet auf den Boden.
Er kramte alle Sachen aus dem fast leeren Schrank heraus und warf sie auf das grobe, hölzerne Bett. Kleidung, alles schwarze, ein Bild seiner Mutter, eine Mappe mit Dokumenten, Geld, ein kleines Reisekissen, Trekkingschuhe und sein Waschzeug.
Aus der Gesäßtasche zog er seinen Geldbeutel,...

750€, ich habe noch 1200€ auf dem Konto und 400€ liegen auf meinem Bett. Es wird wohl reichen um nach Amerika zu fliegen, dort eine Ausrüstung zu kaufen, ein Boot zu chartern und hinzufahren...
Ja hinfahren zu dieser gottverdammten Insel mitten im Nirgendwo, so dass sie auf keiner Karte zu finden ist. Dorthin wo ich vielleicht etwas finden werde, was...

Arohn rannte in die Küche, riss die Kühlschranktür auf. Ein fahles Licht erfüllte die verdunkelte Küche und man hörte eine Fliege leise summen.
Der Kühlschrank war ziemlich leer. Eine Packung Fleischwurst, ein alter Käse, der schon anfing zu schimmeln, ein Bier, das zur Kühlung in das Gerät gestellt wurde.
Auf der Arbeitsplatte lag noch ein viertel Brot, es war noch gut, man konnte es noch essen.
Rasch nahm Arohn ein Messer aus seinem Gürtel und Schnitt das Brot auf, belegte die Scheiben mit Wurst und Käse und verpackte sie in einer Frischhaltefolie, die er aus einem Schubfach holte. Er säuberte da Messer an der Spüle und trocknete es mit einem Handtuch. Danach steckte er es wieder auf seinen Platz.
Er nahm sein Nahrungspäckchen, die Flasche Bier und ging wieder zurück ins Schlafzimmer.

Er packte all sein Hab und Gut in den Rucksack und setzte sich an den Küchentisch um einen Brief für den Vermieter zu schreiben:

"Ich kündige fristlos meinen Mietvertrag, laut Klausel 17 ist mir das Kompromisslos möglich!

gez.
Arohn Achyl"

Er legte nahm den Brief und schulterte denn Rucksack.
Arohn schritt durch die Tür, verließ das Haus und schmieß unten den Brief in den Briefkasten seines Vermieters und machte sich schnell auf zum Reisebüro.
Staub wirbelte auf.

~~~

Das Reisebüro war klein und niedlich, "Flieg in die Karibik für nur 149€*", stand groß einladend im Schaufenster.
Wer will in die Karibik wenn man hier schon schwitzt wie in der Sauna...
Arohn öffnete langsam die Tür, ein Glockenton erklang. Eine junge Frau saß hinter einem Schreibtisch und klickte lustlos mit der Maus auf dem Computerdesktop hin und her.
"Ein Flugticket für diesen Nachmittag nach Seattle!"

Sekundenlang schaute die Frau ihn einfach nur böse an, böse und widerspenstig, böse und stur...
Dann jedoch drehte sie sich schweigend um und tippselte am Computer einige Minuten herum.
"Ich habe hier einen, über Berlin, der geht in einer halben Stunde, 2. Klasse, und dauert 12 Stunden."

Arohn schaute auf die Uhr, das wäre um 19.30...

"Den nehme ich..." - "Das macht dann 579€.."
Arohn kramte aus seinem Geldbeutel fünf 100€-Schein, einen Fünfziger, einen Zwanziger und einen Zehner.
Die Angestellte nahm das Geld und gab ihm ein Flugticket. Der Heranwachsende steckte es in die Manteltasche und nahm sein Wechselgeld, welches ihm die junge Frau aushändigte.
Ohne eines weiteren Wortes, drehte er sich um und verließ das Büro.
Man hörte ein Glöckchen klingen, als die Tür sich schloss...

~~~

Der Flughafen war total ruhig, fast kein Mensch schritt hastig übers Parkett um noch pünktlich zu seinem Flug zu kommen. Die Angestellten dösten mit offenen Augen auf ihren Stühlen. In einem Café saß ein alter Mann und trank einen Kaffee.

Arohn starrte auf die Anzeigetafel, 19.21 Uhr... Er hatte noch genug Zeit um zur Startbahn zu kommen.
Er stapfte los Richtung Bahn 7. Beim Zoll bediente er sich seines Talentes völlig unnauffällig zu wirken. Es klappte, der Polizist ließ ihn passieren ohne ihn zu durchsuchen.
Das Flugzeug war ziemlich leer, Arohn setzte sich auf einen Platz ziemlich weit hinten, ein Fensterplatz und döste etwas vor sich hin.

Der Flugwechsel in Berlin klappte ohne Problem, Arohn setzte sich auf einen der grauen Sitze und musste wiederum die Sicherheitsanweisungen über sich ergehen lassen. Das Flugzeug hebte ab und er schlief ein...

~~~

"Bitte verlassen sie das Flugzeug!" ertönte eine Stimme und eine Hand rüttelte unsanft an seiner Schulter. Die Stewardess teilte ihm mit, sie seien bereits angekommen. Arohn konnte es jedoch nicht verhindern, dass seine Hand reflexartig unter an den Gürtel ging. "Ja ja ich gehe schon..."

Er schnappte sich seinen Rucksack und verließ langsamen Schrittes das Flugzeug, auf der Landebahn war es bereits leer, nur ein kleines Lastauto brachte Gepäck in die Flughafenhalle.
Arohn durchschritt das riesige Gebäude und verließ den Flughafen. Davor angekommen pfiff er nach einem Taxi. "Zur nächsten Bank, wo ich auch € in Dollar tauschen kann,...".

Der Taxifahrer startete den Motor und sie fuhren los, bereits nach 2 Minuten waren sie an einer Bank angekommen. "Warten sie hier!" wies Arohn den Fahrer an.

Er ging in die Bank, hob sein restliches Kontoguthaben hab, und ging dann an den Nachtschalter um sein Geld umzutauschen. Er hatte nun 1362 Dollar, es würde reichen.

"Zum Hafen!". War die nächste Anweisung an den Taxifahrer, der gehorsam auf das Gaspedal drückte.
Die Fahrt dauerte 15 Minuten, Seattle war groß, sehr groß. Glücklicherweise kamen sie ohn Stau oder sonstigen Zwischenfall am Hafen an.
"Das macht 34$!". Arohn händigte ihm das Geld passend aus.

Das Taxi verschwand, Arohn schaute sich um. Die Boote lagen ruhig im Wasser, keine Menschenseele war zu sehen. Auf dem Meer sah man den leuchtenden Strahl eines Leuchturmes.
Ein Alter Mann sahs auf einem Stuhl angelehnt und rauchte Pfeife. Arohn schritt auf ihn zu.
"Können sie mir ein Boot verkaufen?".
Verwundert schaute der Greis den Jüngling an. Er musterte ihn von oben bis unten.
"Ja, das da hinten,..." und deutete auf eine kleines rotes Motorboot. " ... für 350$ gehört das Schmuckstück ihnen! Arohn zählte drei Hundertdollarscheine und einen Fünfziger ab, gab sie dem alten Mann, "Die Schlüssel bitte!".
Langsam stand der Greis auf, ging in seine Hütte, und kam nach 2 Minuten wieder hinaus. Er warf Arohn einen kleinen Schlüsselbund zu, es hing 2mal derselbe Schlüssel daran.

Der Motor heulte auf, als Arohn am Startkabel zog. Langsam setzte es sich in Gang.
"Parisé ich komme!" flüsterte Arohn leise in den Wind.

~~~

Die Insel war grau, es war dunkel und Arohn war müde, aber er war da, er war auf dieser gottverdammten Insel angekommen. 8 Stunden war er unterwegs, am Nachmittag war er noch in der Bibliothek Athens gesessen und hatte gelesen. Er hatte alles aufgegeben um hierher zu kommen, sein einfaches aber schönes Leben in Griechenland. Er hatte es aufgegeben, aufgegeben um Perfektion seiner Kunst zu erlangen.
Arohn war erschöpft, müde und ausgelaugt. Er konnte nicht mehr weiter, er war fertig. Er lies sich fallen. Fallen ohne zu wissen wohin, schloss die Augen. Fiel in einen traumlosen und tiefen Schlaf. Er war an seine Grenzen gegangen, aber er hatte es geschafft.

...und Sandstaub wirbelte auf!

TBC: Und der Sand legte sich...


\"Was ist normal? Jeder Mensch ist ein bisschen verrückt!\" ~ S.G.


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